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Der Tee ist die klassische Methode, um Heilkräuter anzuwenden.

Bei einem Tee werden die Inhaltstoffe von Heilpflanzen in Wasser gelöst.

Je nach Beschaffenheit der Pflanzenteile werden sie mit heißem Wasser übergossen, in kaltem Wasser ausgezogen oder einige Minuten gekocht.

Süß oder ungesüßt

Ob man einen Kräutertee gesüßt oder ungesüßt trinken sollte, ist eine Sache der persönlichen Einstellung.

Viele sind der Meinung, dass ein Kräutertee unbedingt ungesüßt getrunken werden sollte und argumentieren, dass er sonst nicht richtig wirken würde. Diese Behauptung entbehrt aber wissenschaftlichen Grundlagen. Viele Vertreter dieser Meinung lehnen gesüßte Heißgetränke generell ab und sind Gegner des Zuckers.

Wer einen Kräutertee also lieber süß trinken will, kann dies im Prinzip tun, er wird mit großer Wahrscheinlichkeit genau so wirken wie ungesüßt. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass ein gesüßter Kräutertee Kalorien enthält und schädlich für die Zähne sein kann.

Eine Sonderrolle bei der Süßungsfrage spielen bittere Tees, deren Bitterstoffe die Verdauung anregen sollen. Durch Süßung wird der bittere Effekt verringert, ihre Wirkung kann also sanfter ausfallen. Wer eine kräftige bittere Wirkung erzielen will, verzichtet besser auf eine Süßung.

Anstelle von Zucker kann man einen Tee auch mit Honig süßen. Honig ist nicht nur süß, sondern enthält auch viele Vitamine, Mineralien und Enzyme. Bei Husten kann er eine zusätzliche Heilwirkung entfalten. Den Honig sollte man dem Tee erst beifügen, wenn er ein wenig abgekühlt ist. Hohe Temperaturen zerstören nämlich die Wirkungen des Honigs.

Achtung! Kein Honig für Babies.

Frische oder getrocknete Kräuter

Für einen Tee kann man wahlweise frische oder getrocknete Kräuter verwenden.

Manche Heilpflanzenkundler schwören auf frische Kräuter, weil sie frischer sind und ein direkteres Naturerlebnis vermitteln.

Ob man getrocknete oder frische Kräuter verwendet, hängt jedoch vor allem von der Verfügbarkeit ab.

Wenn man einen Kräutergarten hat oder im Sommerhalbjahr viel in der Natur unterwegs ist, kann man frische Kräuter sammeln und sich daraus Tee zubereiten.

Wer jedoch in der Stadt lebt oder wenn gerade Winter ist, hat nur die Möglichkeit getrocknete Kräuter für den Tee zu verwenden.. Ihre Wirkung ist meistens auch sehr gut und bewährt, denn in der Praxis wird Kräutertee wohl häufiger mit getrockneten Pflanzenteilen zubereitet.

Bei der Verwendung von frischen Kräutern muss man berücksichtigen, dass sie schwerer und volumenreicher sind als getrocknete Kräuter.

Wenn man den Tee löffelweise abmisst, braucht man von frischen Blättern und Blüten etwa 3 bis 4 Mal so viel wie von getrockneten. Das Volumen von Samen und Wurzeln bleibt in etwa gleich.

Wenn man die Kräuter abwiegt, muss man auch bei frischen Samen und Wurzeln erheblich mehr nehmen als bei getrockneten.

Die Mengenangaben der folgenden Anleitungen und Teemischungen beziehen sich auf getrocknete Kräuter.

Von frischen Kräutern brauchen Sie also deutlich mehr als angegeben.

Aufguss - normaler Tee

Die meisten Kräuter werden als Aufguss zubereitet. Auch Teemischungen bereitet man im allgemeinen als Aufguss zu, selbst wenn einzelne Komponenten der Mischung normalerweise anders zubereitet werden.

Beim Aufguss werden die Kräuter mit kochendem Wasser übergossen und ziehen gelassen. Es handelt sich also um die normale Art der Teebereitung.

Wahlweise kann man beim Aufguss die Kräuter lose in ein Gefäß geben oder man verwendet ein Teenetz oder einen Filterbeutel aus Papier. Auch ein Teebeutel aus dem Handel eignet sich für einen Aufguss.

Nachfolgend wird die Zubereitung eines Aufgusses mit losen Kräutern beschrieben.

So bereiten Sie einen Aufguss zu:

·         Verwenden Sie ein bis zwei Teelöffel Kräuter pro Tasse Tee, die Sie zubereiten wollen.

·         Geben Sie die Kräuter in ein hitzefestes Gefäß, beispielsweise eine Tasse oder eine Teekanne.

·         Bringen Sie Wasser zum kochen.

·         Übergießen Sie die Kräuter mit dem kochenden Wasser.

·         Lassen Sie den Tee zwischen 10 und 15 Minuten ziehen.

·         Filtern Sie den Tee anschließend mit einem Sieb ab.

·         Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken und nehmen Sie sich Zeit dafür, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.


 

Fotoanleitung: Aufguss zubereiten

 

Verwenden Sie ein bis zwei Teelöffel Kräuter pro Tasse Tee, die Sie zubereiten wollen.

Geben Sie die Kräuter in ein hitzefestes Gefäß, beispielsweise eine Tasse oder eine Teekanne.

 

Bringen Sie Wasser zum kochen.

Übergießen Sie die Kräuter mit dem kochenden Wasser.

Lassen Sie den Tee zwischen 10 und 15 Minuten ziehen.

 

Filtern Sie den Tee anschließend mit einem Sieb ab.

 

Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken und nehmen Sie sich Zeit dafür, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.

 

 

Kaltauszug

Einen Kaltauszug bereitet man aus empfindlichen Pflanzenteilen zu, beispielsweise aus einigen Blüten und manchen Wurzeln, die viel Schleim enthalten. Eine Sonderrolle spielt das Kraut der Mistel, das auch als Kaltauszug zubereitet wird.

Bei einem Kaltauszug wird kaltes Wasser verwendet, um die Pflanzen zu schonen. Damit sich genügend Inhaltstoffe der Kräuter im Wasser lösen, lässt man einen Kaltauszug sehr lange ziehen, meistens zwischen acht und zwölf Stunden.

So bereiten Sie einen Kaltauszug zu:

·         Verwenden Sie ein bis zwei Teelöffel Kräuter pro Tasse Tee, die Sie zubereiten wollen.

·         Geben Sie die Kräuter in ein Gefäß, beispielsweise eine Tasse oder eine Teekanne.

·         Übergießen Sie die Kräuter mit kaltem Wasser.

·         Bedecken Sie das Teegefäß, damit kein Schmutz hinein gelangt.

·         Lassen Sie den Tee zwischen 8 und 12 Stunden ziehen.

·         Filtern Sie den Tee anschließend mit einem Sieb ab.

·         Erhitzen Sie den Tee vorsichtig auf Trinktemperatur.

·         Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken und nehmen Sie sich Zeit dafür, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.

Abkochung

Eine Abkochung macht man mit harten Pflanzenteilen, die bei einem Aufguss nicht genügend ihrer Inhaltstoffe an das Wasser abgeben würden.

Dabei handelt es sich um manche Wurzeln und Samen und die meisten Rinden. Aus Kräutern mit vielen ätherischen Ölen sollte man keine Abkochung zubereiten, weil sich beim Kochen die ätherischen Öle verflüchtigen.

Bei einer Abkochung werden die Pflanzenteile für einige Minuten lang gekocht.

So bereiten Sie eine Abkochung zu:

·         Verwenden Sie ein bis zwei Teelöffel Kräuter pro Tasse Tee, die Sie zubereiten wollen.

·         Geben Sie die Kräuter in einen Kochtopf.

·         Übergießen Sie die Kräuter mit der passenden Menge kaltem Wasser.

·         Bringen Sie das Wasser mit den Kräutern zum kochen.

·         Lassen Sie den Tee zwischen 1 und 15 Minuten kochen.

·         Filtern Sie den Tee anschließend mit einem Sieb ab.

·         Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken und nehmen Sie sich Zeit dafür, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.

Sanfte Abkochung

Eine sanfte Abkochung ist ein Kompromiss zwischen Aufguss und Abkochung. Das Wasser wird hierbei nur kurz aufgekocht.

So bereiten Sie eine sanfte Abkochung zu:

·         Verwenden Sie ein bis zwei Teelöffel Kräuter pro Tasse Tee, die Sie zubereiten wollen.

·         Geben Sie die Kräuter in einen Kochtopf.

·         Übergießen Sie die Kräuter mit der passenden Menge kaltem Wasser.

·         Bringen Sie das Wasser mit den Kräutern zum kochen.

·         Nehmen Sie den Tee vom Herd und lassen sie ihn noch einige Minuten ziehen (5 bis 10 Minuten).

·         Filtern Sie den Tee anschließend mit einem Sieb ab.

·         Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken und nehmen Sie sich Zeit dafür, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.




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