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Wenn man Pflanzen selber sammeln und zubereiten will, muss man einige Grundregeln beachten. Es ist wichtig, die Natur zu schützen und darauf zu achten, dass man nur einwandfreie Pflanzen erntet.

Die gesammelten Pflanzen muss man sorgfältig verarbeiten, damit die Heilwirkung gut ist.

Bei der Heilpflanzenernte macht es gewisse Unterschiede, ob man die Pflanzen in der freien Natur sammelt oder im eigenen Garten erntet. Es gibt aber auch einige Gemeinsamkeiten, denn letztlich geht es um die Ernte frischer Pflanzen.

Sammeln in der Natur

In der freien Natur birgt die Pflanzenernte gewisse Schwierigkeiten. Sie hat aber auch deutliche Vorteile, denn man braucht keinen eigenen Garten, um frische Heilpflanzen ernten und nutzen zu können.

Durch das Kräutersammeln in der Natur bekommt man kostenlose Heilpflanzen und hat zudem ein schönes Naturerlebnis.

Pflanzen kennenlernen

Bevor man Heilpflanzen in der Natur sammelt, ist es wichtig, sie genau kennen zu lernen. Nur so kann man sicherstellen, dass man auch die richtigen Pflanzenarten sammelt.

Informieren Sie sich, wie die Heilpflanzen genau aussehen. Ein Heilkräuter-Kurs kann helfen, die Pflanzen gut kennen zu lernen. Außerdem können Bestimmungsbücher weiterhelfen, zumindest bei den einfach zu identifizierenden Pflanzen.

Weißblühende Doldenblütler sind jedoch sehr schwierig zu unterscheiden, daher sind sie eher etwas für Fortgeschrittene. Auch viele gelbe Korbblütler sehen sich sehr ähnlich, aber der Löwenzahn ist einfach zu erkennen.

Wahl des richtigen Platzes

Um Heilpflanzen in der Natur sammeln zu können, muss man zunächst eine Stelle finden, an der sie reichlich vorkommen. Kleine Bestände lässt man besser in Ruhe, denn sonst fehlen sie künftig an dieser Stelle.

Außer einem reichlichen Vorkommen der gewünschten Pflanzen muss man noch mehrere Faktoren beachten. Das dient einerseits dazu, dass die Natur geschützt wird und andererseits dazu, dass Sie nur saubere Pflanzen ohne Pestizide ernten.

Beherzigen Sie folgende Grundregeln bei der Auswahl Ihres Sammelplatzes:

·         Nicht an Straßen

·         Nicht neben Feldern

·         Eigentum beachten

·         Nicht in Naturschutzgebieten

·         Geschützte Pflanzen in Ruhe lassen (z.B. Mistel)

·         Nur in der freien Natur

·         Nur gesunde Pflanzen

Ernte im eigenen Garten

Im eigenen Garten wissen Sie normalerweise, welche Heilpflanzen Sie angebaut haben.

Doch in einem Wildgarten kann man häufig auch wild wachsende Pflanzen finden, die sich dort von selber angesiedelt haben. In diesem Fall gilt wie in der freien Natur, dass man die Pflanzen eindeutig identifizieren können muss, bevor man sie erntet.

Sammelzeiten beachten

Bei der Ernte von Heilpflanzen muss man den richtigen Zeitpunkt beachten, damit man gute und wirksame Heilpflanzen erhält.

Zum richtigen Zeitpunkt sind die jeweiligen Pflanzen im optimalen Reifezustand und beinhalten die meisten Wirkstoffe.

Einerseits spielt der richtige Monat eine wichtige Rolle, beispielsweise Juli für die Blüten des Johanniskrautes oder Oktober für die Wurzeln des Baldrians.

Andererseits spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle. Prinzipiell sollte es am Sammeltag trocken sein. Morgens sollte man auch unbedingt abwarten, bis der Tau getrocknet ist. Zum Sammeln eignet sich also der späte Vormittag oder je nach Pflanzenteil der ganze Tag, an sonnigen Tagen.

 

Hier folgt eine Tabelle mit einer Übersicht über den richtigen Erntezeitpunkt je nach Art der Pflanzenteile:

 

Pflanzenteil

Jahreszeit / Reifungsphase

Tageszeit

Kraut

Vor oder während der Blüte

Vormittag

Blätter

Vor oder während der Blüte

Vormittag

Knospen

Kurz vor dem Aufblühen

Vormittag

Blüten

Wenn sie gerade aufgeblüht sind

Vormittag

Früchte

Wenn sie reif sind

Ganztags

Samen

Wenn sie reif sind

Ganztags

Wurzeln

Frühjahr und Herbst

Abends

Rinde

Frühjahr und Herbst

Ganztags

Sammeltechnik

Wenn man den richtigen Platz und den richtigen Zeitpunkt für die Pflanzenernte gefunden hat, sollte man die Pflanzen auch auf die richtige Art und Weise sammeln. Das nützt sowohl dem Pflanzenbestand als auch der Heilwirkung der Pflanze.

Wichtig ist, dass man von einem Pflanzenbestand immer nur einen kleinen Teil sammelt, damit die Pflanze an dieser Stelle nicht ausstirbt. Am besten ist es, wenn es nach dem Sammeln gar nicht auffällt, dass man gesammelt hat.

Beim Sammeln sollten die Pflanzenteile nicht zerdrückt werden.

Blüten, Knospen, Beeren und einzelne Blätter werden meistens vorsichtig abgezupft.

Das ganze Kraut wird meistens etwa handbreit über dem Boden mit einer Schere oder einem Messer abgeschnitten.

Wurzeln werden ausgegraben. Am besten lässt man einen Teil der Wurzel im Boden, damit sich daraus wieder eine neue Pflanze entwickeln kann.

Rinden werden nur von einem kleinen Teil eines kräftigen Baumes entfernt und niemals vollständig rundherum. Außerdem ist es sehr wichtig, dass man die Erlaubnis dazu hat, denn Rinden-Ernte stellt eine Beschädigung des betroffenen Baumes dar.

Reinigung

Blätter, Kraut, Blüten und Beeren sollten schon bei der Ernte so sauber sein, dass man sie nicht mehr extra reinigen muss.

Wurzeln sind natürlicherweise voller Erde, wenn man sie ausgräbt.

Diese Erde wird zuerst abgeschüttelt und dann trocken abgebürstet. Wenn anschließend noch Erde an den Pflanzen ist, kann man sie zügig mit kaltem Wasser abspülen.

Pflanzen trocknen

Wenn man die frisch gesammelten Heilpflanzen nicht sofort weiterverarbeiten will, beispielsweise zu einer Tinktur, dann muss man sie trocknen.

Für das Trocknen der Pflanzen gibt es einige Grundregeln:

·         Zügig trocknen, um Schimmel und andere Probleme zu verhindern

·         Nicht in der prallen Sonne trocknen

·         Nicht im heißen Backofen trocknen

 

Wichtig ist, dass die Pflanzenteile einerseits möglichst schnell aber andererseits möglichst schonend getrocknet werden.

Gute Plätze zum Trocknen sind beispielsweise Dachböden oder gut gelüftete Zimmer.

Wie man die Pflanzen konkret trocknet, hängt von der Art der Pflanzenteile ab.

·         Das ganze Kraut kann man zu lockeren Sträußen binden und kopfüber aufhängen.

·         Kleine Teile wie Blüten, Blätter oder Samen kann man auf einem Gestell mit Fliegengitter oder in einer offenen Pappkiste ausbreiten.

·         Dünn geschnittene Wurzeln und Beeren kann man im Dörrgerät oder im geöffneten Backofen bei 30° bis 40°C trocknen.

 


 




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