Ölauszug - Kräuteröl



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Mit Kräutern kann man auch aus Öl einen Auszug herstellen. Als Lösungsmittel für die Kräuterinhaltstoffe wird dabei nicht Alkohol wie bei der Tinktur, sondern Pflanzenöl verwendet. In solch einem Kräuteröl lösen sich vor allem die fettlöslichen Wirkstoffe einer Pflanze, das sind beispielsweise ätherische Öle, Harze und manche Farbstoffe.

Kräuteröle eignen sich zur Einreibung, beispielsweise bei Hautproblemen oder Bewegungsschmerzen, oder um innere Organe von außen durch die Haut zu behandeln.

Mit Ölauszügen kann man auch Salben und Cremes zubereiten. Das erleichtert das Auftragen auf die Haut. Für selbst gemachte Cremes sind Kräuteröle eine wichtige Grundlage.

Frische oder getrocknete Kräuter

Die Frage, ob man frische oder getrocknete Kräuter für die Herstellung eines Ölauszuges verwendet, ist bei den Kräuterölen noch wichtiger als bei der Tinktur- oder Tee-Zubereitung.

Frische Pflanzen mit einem hohen Wasseranteil können nämlich die Verderblichkeit eines Ölauszuges stark fördern, sodass die Freude daran nur sehr kurz währt. Der Ölauszug beginnt leicht zu gären oder zu schimmeln.

Bei frischen Pflanzen, die relativ trocken sind, ist dieses Phänomen jedoch kein Problem. Auch manche Pflanzeninhaltstoffe können die Haltbarkeit eines Ölauszuges unterstützen.

Dies ist offenbar beim Johanniskraut der Fall, denn Johanniskraut-Öl wird prinzipiell aus frischen Johanniskrautblüten hergestellt.

Wenn man einen Ölauszug ansetzen will, sollte man sich die verwendeten Pflanzenteile immer genau betrachten und überlegen, ob sie eventuell zu feucht für einen kalten Ölauszug sein könnten. Im Laufe der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür. Im Zweifelsfall kann man mit wasserreichen Pflanzenteilen einen heißen Ölauszug ansetzen.

Wer bei einem kalten Ölauszug auf Nummer Sicher gehen will, verwendet am besten getrocknete Kräuter.

 

Kalter Ölauszug: Johanniskraut-Öl

Der bekannteste Ölauszug ist das Johanniskraut-Öl. Es eignet sich für Einreibungen bei Hautentzündungen, leichten Verbrennungen, Sonnenbrand und Bewegungsschmerzen aller Art. Vor allem bei Rückenschmerzen wird Johanniskrautöl gerne eingesetzt.

Manche Menschen nehmen das Johanniskrautöl auch löffelweise ein, um die Verdauung zu unterstützen. Das macht jedoch nur Sinn, wenn man die konzentrierte Aufnahme von Fett gut verträgt.

Johanniskrautöl kann man in Apotheken, Kräuterläden und manchen Bioläden fertig kaufen, was bei anderen Ölauszügen nur selten der Fall ist.

Man kann es aber auch selber ansetzen. Das einzig Schwierige daran ist die rechtzeitige Ernte der Blüten, denn sie müssen ganz frisch sein.

Sie brauchen folgende Zutaten für das Johanniskraut-Öl:

·         Genug Johanniskraut-Blüten, um damit ein Glas zu füllen

·         Gutes Pflanzenöl, am besten Olivenöl, um das Glas voll zu gießen.

 

So stellen Sie das Johanniskrautöl her:

·         Sammeln Sie die Johanniskrautblüten an einem sonnigen Tag Ende Juni bis Ende Juli. Warten Sie morgens ab, bis der Tau getrocknet ist, dann können Sie sammeln.

·         Füllen Sie ein Glas Ihrer Wahl mit den Johanniskrautblüten.

·         Gießen Sie gutes Pflanzenöl über die Blüten, bis sie vollständig bedeckt sind.

·         Verschließen Sie das Glas.

·         Stellen Sie das Glas an einen warmen, sonnigen Platz.

·         Lassen Sie das Johanniskraut-Öl etwa 6 Wochen lang ziehen.

·         Innerhalb weniger Tage färbt sich das Öl tiefrot. Mit fortschreitender Zeit wird die rote Farbe immer tiefer und intensiver.

·         Filtern Sie das Johanniskrautöl nach etwa 6 Wochen durch einen Kaffee-Filter oder einen Teefilter. Bei einem Kaffeefilter kann sich dieser Vorgang einige Zeit hinziehen.

·         Gießen Sie das Johanniskrautöl in eine dunkle Flasche.

·         Beschriften Sie die Flasche und bewahren Sie das Johanniskrautöl kühl und dunkel auf.

 

Wenn die Blüten trocken genug waren, zwar frisch aber ohne Tau und Regen, dann hält sich das Johanniskrautöl meistens ein gutes Jahr.

Fotoanleitung: Johanniskraut-Öl

 

Sammeln Sie die Johanniskrautblüten an einem sonnigen Tag Ende Juni bis Ende Juli. Warten Sie morgens ab, bis der Tau getrocknet ist, dann können Sie sammeln.

Füllen Sie ein Glas Ihrer Wahl mit den Johanniskrautblüten.

 

Gießen Sie gutes Pflanzenöl über die Blüten, bis sie vollständig bedeckt sind.

Verschließen Sie das Glas.

Stellen Sie das Glas an einen warmen, sonnigen Platz.

 

Lassen Sie das Johanniskraut-Öl etwa 6 Wochen lang ziehen.

Innerhalb weniger Tage färbt sich das Öl tiefrot. Mit fortschreitender Zeit wird die rote Farbe immer tiefer und intensiver.

 

Filtern Sie das Johanniskrautöl nach etwa 6 Wochen durch einen Kaffee-Filter oder einen Teefilter. Bei einem Kaffeefilter kann sich dieser Vorgang einige Zeit hinziehen.

 

Gießen Sie das Johanniskrautöl in eine dunkle Flasche.

 

Beschriften Sie die Flasche und bewahren Sie das Johanniskrautöl kühl und dunkel auf.

 

 

Heißer Ölauszug

Wenn Sie Pflanzenteile mit einem hohen Wasseranteil haben, können Sie einen heißen Ölauszug zubereiten.

Dazu eignen sich beispielsweise Wurzeln oder Blätter von Heilpflanzen.

 

So stellen Sie einen heißen Ölauszug her:

·         Füllen Sie Pflanzenteile und Öl in ein Glas, wie beim kalten Ölauszug. Verschließen Sie das Glas.

·         Stellen Sie es jetzt in ein heißes Wasserbad.

·         Belassen Sie das Glas mit dem Ölauszug etwa 30 bis 60 Minuten im Wasserbad.

·         Stellen Sie es anschließend für 2 bis 3 Tage an einen warmen Platz. In dieser Zeit kann das Kräuteröl noch nachziehen.

·         Filtern Sie es nach 2 bis 3 Tagen ab.

·         Füllen Sie es in eine dunkle Flasche, die Sie beschriften.


 




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