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Heilkräuter werden seit Menschengedenken zur Heilung von Gesundheitsbeschwerden eingesetzt.

Häufig können sie verblüffend gut gegen Alltagskrankheiten, aber auch gegen hartnäckige chronische Erkrankungen helfen.

Die moderne Pflanzenheilkunde, Phytotherapie genannt, hat in medizinischen Studien für einige Heilpflanzen eine messbare medizinische Heilwirkung bewiesen.

Die meisten Erkenntnisse über Heilpflanzen stammen aber aus der Tradition der Volksheilkunde. Hier vermischen sich oft solide Erfahrungen mit hoffnungsvollen Mythen.

Für die Selbstbehandlung in der Familie gibt es zahlreiche Heilpflanzen, die ihre Wirkung seit Jahrtausenden unter Beweis gestellt haben. Man kann diese Heilpflanzen zur Linderung ungefährlicher Erkrankungen, wie beispielsweise Erkältungen oder einfache Magenverstimmungen einsetzen.

Damit man für den Fall der Fälle vorbereitet ist, kann man sich mit einigen wichtigen Heilpflanzen eine Hausapotheke zusammenstellen.

Welche Heilkräuter sich für die Hausapotheke eignen, wie man sie anwendet und bei welchen Beschwerden sie helfen, wird in diesem Buch beschrieben.

Bei der Beschreibung häufiger Erkrankungen wird zudem erklärt, wann die Grenzen der Selbstbehandlung erreicht sind, und man einen Arzt aufsuchen sollte.

Warum Heilpflanzen?

Angesichts der unzähligen Medikamente, die die Medizin heutzutage für alle Arten von Krankheiten zu bieten hat, kann man sich fragen, warum man auch heute noch Heilpflanzen verwenden sollte.

Für die Anwendung von Heilpflanzen sprechen eine Menge Gründe.

Mit den meisten Heilkräutern hat man milde Heilmittel zur Hand, die auf natürliche Weise die Selbstheilungskräfte stärken und Gesundheitsbeschwerden heilen oder lindern können.

Heilkräuter eignen sich sehr gut zur Selbstbehandlung, vor allem bei Alltagskrankheiten, die in jeder Familie immer wieder auftreten können. Wenn Sie wollen, können Sie Heilpflanzen selber sammeln oder im Garten anbauen. Nach der Ernte können Sie sie selbst zu Teemischungen, Tinkturen, Sirup oder Salben weiterverarbeiten. Dadurch werden Sie aktiv und haben Ihre medizinische Versorgung selbst in der Hand.

Nutzen und Grenzen

Wer kennt ihn nicht, den Satz „gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.“?

In gewisser Weise stimmt diese Aussage sogar, denn die mögliche Anwendung der Heilpflanzen geht weit über harmlose Alltagserkrankungen hinaus.

Bevor die Schulmedizin chemische Medikamente erfand, waren die Menschen auf die Wirkung der Heilpflanzen angewiesen, denn es gab keine Alternativen. Auch heute noch stellen Wirkstoffe aus Pflanzen die Grundlage für viele der chemischen Medikamente dar, beispielsweise Digitalis, der Wirkstoff des giftigen Fingerhutes, der auch heutzutage noch gegen Herzschwäche eingesetzt wird.

Starke Pflanzenwirkstoffe haben aber meistens nicht nur starke Wirkungen, sondern auch starke Nebenwirkungen. In hoher Dosis sind sie häufig giftig. Daher ist es wichtig, solche starken Pflanzenwirkstoffe als pharmazeutisch aufbereitetes Medikament anzuwenden. Nur so kann man die Gefahren durch die Giftigkeit der Wirkstoffe auf ein Minimum reduzieren.

Etliche stärkere Beschwerden können durch moderne Medikamente auch besser und schonender behandelt werden als durch traditionelle Heilpflanzen. Bei starken Schmerzen beispielsweise, reicht die schmerzstillende Wirkung der Weidenrinde nicht aus, aber die suchtfördernde, starke Wirkung des Mohns wäre übertrieben schädlich. Hier kann ein mittelstarkes Schmerzmittel effektiver und ungefährlicher wirken.

Einige Pflanzenheilkundler behaupten, dass Heilpflanzen immer nur Gutes bewirken können, weil sie natürlich sind. In der Praxis ist dies jedoch leider nicht zutreffend, denn falsch angewendet, können vor allem starke Heilpflanzen durchaus Schaden anrichten.

Bei der richtigen Anwendung, und vor allem, wenn man sich auf ungiftige Heilpflanzen beschränkt, wirken Heilpflanzen jedoch im Allgemeinen sanft und schonend.


 




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