Kamille



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KamilleWenn man nur eine einzige Heilpflanze zur Verfügung hätte, dann sollte man die Kamille wählen, denn sie kann fast alles. Die Heilfähigkeiten der Kamille sind so vielseitig, dass sie eine ganze Hausapotheke für sich darstellt.

Unsere Großmütter hatten also Recht, wenn sie bei jeder Art von Beschwerden die Kamille anboten.

In der Natur ist die duftende Kamille leider selten geworden, weil die sogenannten Getreide-Unkräuter in der Landwirtschaft bekämpft werden. Doch man kann Kamille im Garten anpflanzen oder in jedem Supermarkt kaufen, wo sie überall anzutreffen ist.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name:

Matricaria chamomilla

Pflanzenfamilie:

Korbblütler = Asteraceae

Andere Namen:

Apfelblümlein, Ganille, Haugenblume, Helmergen, Kamelle, Kummerblume, Mariamagdalenakraut, Mutterkraut

Wichtige Inhaltstoffe:

Ätherisches Öl, Azulen, Chamazulen, Bitterstoffe, Flavone, Gerbstoff, Gerbsäure, Cumarin, Farnesol, Salizylsäure

Verwendete Teile:

Blüten

Zubereitungsformen:

Tee, Tinktur, Creme

Bezugsquellen:

Natur, Garten, Apotheke, Läden

Sammelzeit:

Mai bis Juli

Wirkungen:

Antibakteriell, austrocknend, beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzlindernd

Haupt-Anwendungen:

Verdauungsbeschwerden, Erkältung

 

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete der Kamille sind so vielfältig, dass man ein ganzes Buch damit füllen könnte. Daher können hier nur die wichtigsten Krankheiten aufgelistet werden, bei denen man Kamille einsetzen kann.


·         Afterjucken

·         Allergien

·         Asthma

·         Bauchschmerzen

·         Blähungen

·         Blasenschwäche

·         Darmkoliken

·         Durchfall

·         Ekzeme

·         Entzündete Wunden

·         Erkältung

·         Fieber

·         Furunkel

·         Geschwüre

·         Gesichtsrose

·         Gicht

·         Grippe

·         Hämorrhoiden

·         Halsentzündung

·         Hautunreinheiten

·         Hexenschuss

·         Husten

·         Ischias

·         Juckreiz

·         Kopfschmerzen

·         Lymphknoten-Schwellungen

·         Magengeschwür

·         Magenkrämpfe

·         Magenschleimhautentzündung

·         Mandelentzündung

·         Menstruationsbeschwerden

·         Mundgeruch

·         Mundschleimhautentzündung

·         Nebenhöhlenentzündung

·         Nervenschmerzen

·         Nervosität

·         Reizdarm

·         Reizmagen

·         Rheuma

·         Schlaflosigkeit

·         Schnupfen

·         Sodbrennen

·         Stress

·         Verstopfung

·         Weißfluss

·         Wunden

·         Zahnfleischentzündung

·         Zwölffingerdarmgeschwür


Anwendung

Die Kamille wird sehr gerne als Tee oder Tinktur eingesetzt. Beides kann man innerlich und äußerlich anwenden. Bei der äußerlichen Anwendung sollte man die austrocknende Wirkung der Kamille beachten.

Auch in vielen Kräutermischungen ist die Kamille enthalten, wo sie mit ihren Heilwirkungen die Wirkung der anderen Kräuter unterstützt. Ebenso findet man die Kamille in zahlreichen Cremes und Salben zur Behandlung von Hautproblemen.

Kamillen-Tee

Der Kamillentee ist der Klassiker der Heilpflanzenbehandlung schlechthin. Den meisten Menschen ist er schon aus der Kindheit bekannt, als er gegen Bauchschmerzen und Erkältung angeboten wurde.

Wegen der starken Heilwirkungen der Kamille, sollte man den Kamillentee nicht im Alltag als Haustee trinken, denn sonst wirkt die Kamille nicht mehr, wenn sie im Krankheitsfall gebraucht wird.

Für einen Kamillentee nimmt man einen Teelöffel Kamillenblüten und übergießt sie mit einer Tasse kochendem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen und dann abseihen. In kleinen Schlucken trinken.

Kamillen-Tinktur

Eine Kamillen-Tinktur kann man in Apotheken und fast in jedem Supermarkt kaufen. Man kann sie auch selber machen (siehe Seite 106). Am besten verwendet man die Tinktur verdünnt, beispielsweise zum Gurgeln, gegen Mundentzündungen und für alle äußerlichen Anwendungen.

Kamille äußerlich

Für die äußerliche Anwendung kann man die Kamille als Tee oder verdünnte Tinktur verwenden, beispielsweise als Umschlag oder Bad. Diese Anwendungsweisen eignen sich nicht nur für Hautkrankheiten, sondern auch zur Entkrampfung bei innerlichen Beschwerden. Besonders beliebt ist das Kamillendampfbad gegen Erkältungen, Sinusitis oder Pickel.

Pflanzenbeschreibung

Die Kamille ist in Europa heimisch. Da man erheblich mehr von ihr braucht, als wild wächst, wird sie vielerorts angebaut.

Sie wächst gut auf relativ trockenen und nährstoffarmen Böden. Daher findet man sie an Wegrändern und brachliegenden Feldern.

Die Kamille ist einjährig und wird etwa 50 cm hoch. An ihrem verzweigten Stengel wachsen hellgrüne gefiederte Blätter.

An den Spitzen der Stengel erscheinen im Frühsommer die weiß-gelben Korbblüten, innen gelb und außen mit vielen weißen Hüllblättern.

Der Duft der Kamille ist einzigartig und jedem bekannt, der Kamille schon einmal gerochen hat.


 




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